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Der renommierte Philosoph
Bernd
Gräfrath, Professor an der Universität Duisburg-Essen, analysiert
Seeligers aufklärerischen Anarchismus:
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"Seeliger ist tatsächlich
im wahrsten Sinne des Wortes ein Anarchist. Seinen Anarchismus
darf man aber nicht mit dem fälschlicherweise so genannten der Bombenwerfer
verwechseln: Seeliger fordert Herrschaftslosigkeit, wobei sowohl der herzustellende Zustand als auch der Weg dorthin gewaltlos
sein müssen.
[Seeliger beweist,]
daß die literarische Form des Romans und ein ironisch-humoristischer
Stil eigenständige Mittel der Erkenntnisvermittlung sein können, die für die zu vermittelnden
Einsichten angemessener sein können als ein ernster Traktat.
Als entscheidende
Größe in Seeligers Strategie sieht Gräfrath das Lachen: Es
entlarvt herrschaftliche Schwindelei, es befreit gewaltlos und es prüft
die Richtigkeit der eigenen Sichtweise. Seeligers Ablehnung des Pompösen
und Gewaltigen hat dabei auch Auswirkungen auf die Form und den Stil seiner
eigenen Werke: Er präsentiert kein Manifest, das als Gründungsdokument
einer revolutionären Partei dienen könnte, sondern er macht den einzelnen lachen
über pompöse Gewalten, die dem Wohlergehen der Menschheit im Wege stehen.
Aus: Bernd Gräfrath:
Ketzer, Dilettanten und Genies. Grenzgänger der Philosophie,
Hamburg 1993. |