"Ein sprachlicher Gewalttäter, aber Pazifist, lammfriedlich ..."

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Hans Wollschläger

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nennt Seeliger einen „Feuerreiter der Aufklärung, neben dem die philosophischen Staatskatheder allesamt husch, in Asche abfallen.“
[Der Rabe Nr. 15, Zürich 1986]

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Jörg Drews

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attestiert Seeliger den „Triumph des Seeligerschen Prinzips ‚Messias Humor’: Unversperrtheit, Respektlosigkeit, Frechheit, dabei unbedingte Gewaltfreiheit – dies gehörte zum Kern des in den Grundzügen durchaus aufklärerischen Denkens von Seeliger […] voll analytischen Scharfsinns und zugleich voller wortreichem Geschimpfe und hemmungsloser Beredsamkeit; ihre Argumentation ist mäandrierend-assoziativ, die Suada an einigen wenigen Stellen auch vernagelt, aber kaum je wirklich dumm und vor allem nie langweilig.“
[Süddeutsche Zeitung vom 12./13.7.1986]

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Wolfgang Harms

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bestätigt Seeliger „eine sprachliche Meisterschaft, die über bloße Eleganz weit hinausgeht […], sympathische[n] Vernunftoptimismus und satirische[n] Scharfsinn.“
[Abendzeitung Mainz vom 9.2.1987]

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Jürgen Lodemann

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nennt Seeliger „eine witzige und sprachbegabte und aufgeklärte Figur […], in ihren besten Momenten wie eine Mischung aus Karl May und Joyce […], von einer politischen Hellsicht […], einen poetischen Röntgen-Geist am Werk“
[Vorwort zu Seeliger: Handbuch des Schwindels Insel-Ausgabe 1986]

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Erhard Schütz

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schreibt über Seeliger: „[…] er war ein graphomanischer Großkauz, wie er nur im Buche steht! […] Dabei explodieren diesem närrischen Kapuziner regelmäßig die Worteinfälle, da schwirren nur so die Wortbrocken zwischen Rabulistik und Rabelais […], Kreuzung aus Karl May und Jean Paul.“
[Frankfurter Rundschau vom 6.12.1986]

und:
Seeliger sei einer der „nicht eben häufigen deutschen Literaturkäuze […]. Ein Verbosnik, Skriptomane, Meinungskolportant – sprachlicher Gewalttäter, aber Pazifist, lammfriedlich, aber Querulant.“
[Berliner Tagesspiegel vom 21.4.1991]]

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Uwe Dick

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erkennt in Seeliger einen Gesinnungsfreund: „Wie oft mochten sie ihn denunziert haben – gar als menschenfeindlich? Nur weil er mit Courage, Witz und List im Kaiserreich, in der Weimarer Republik, unter den Hakenkreuzlern und zur Adenauer-Zeit die permanent menschenfeindliche Macht des Staates öffentlich vorgeführt hat. Alle Ausreden der Unterlinge sind glatt widerlebt von seinen Gefängnis-Schweijkiaden. […] Denk an Seeliger. Der wurde in Haar eingewiesen und prompt entlassen: Zu verrückt für die Anstalt. Übung macht den Meister. Zivilcourage ist in jedem Falle lustiger als angepaßte Langeweile, Mut befreiender als Feigheit, der Kampf aus der Sicht des Zwerges spannender als aus des
Riesen machtverblödetem Zyklopenauge.“

[Uwe Dick: Sauwaldprosa, Salzburg 2001]

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Max Heigl

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Faszinierend bleiben – neben der Spurensuche nach dem historisch-faktischen Detail – die kulturphilosophischen Nadelstiche, die eruptive sprachliche Originalität, der „Anblick eines Feuerreiters der Aufklärung“ und die Begegnung mit dem „graphomanischen Großkauz“ Ewald Gerhard Seeliger, dessen Pseudo-Pseudonym EWGER
ihm auf selbstironische Weise Dauer verleihen mag.