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Eurofratrie
Der Mythos Europas erzählt
uns, wie jeder Mythos, eine tiefreichende Wirklichkeit: Die phönizische
Prinzessin (Europa) wird von einem solaren Stier-Zeus entführt,
der sie nach Kreta bringt, wo sie den König Minos und andere
wichtige europäische Sprösslinge gebären wird. Durch
diesen Mythos bekommen wir bedeutende Angaben über Europa:
erstens, dass sie orientalischer bzw. phönizischer Herkunft
ist, was eine Andeutung auf den ursprünglichen Handels-Charakter
Europas zu sein scheint; zweitens, dass Europa auf jener Insel
Kreta Mutter wird, die seit langem als Matria, Mater oder Matrix
der europäischen Kultur anerkannt wird; drittens, dass der
Gott-Vater Zeus sie entführt, wobei eine gewisse aggressive
Mitpräsenz der indoeuropäischen Invasoren gegenüber
der ursprünglichen mediterranen (ägäischen oder
minoischen) Zivilisation impliziert wird.
Diese Art beinahe ödipaler
"Triangulierung" des Mythos Europas symbolisiert die
hermeneutische Struktur unserer gemeinsamen Europäität:
ein dunkler oder besser gesagt verdunkelter orientalischer Ursprung
um den Archetyp der Magna Mater, die ursprüngliche Abstammung
des Königs Minos von Kreta (mediterrane Zivilisation), und
der indoeuropäische, entführende Gott als Triebfeder
[movilizante] der ursprünglichen Szene. |
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