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Vorwort für Deutsche
Sinn: symbolische Naht realer Spaltung
Ausgerechnet zwei ausländische
Wissenschaftlerinnen waren es, die das wohlgewahrte Geheimnis meiner
Philosophie entdeckt haben: ihren sentimentalen Schlüssel.
In Bezug auf eine intellektuelle Tätigkeit, die sich mit unempfindlichen
(und manchmal auch unsinnigen) Ideen beschäftigt, mag es ungewohnt
klingen aber schon der Grieche Perikles meinte verachtend,
dass die Philosophie im Grunde genommen etwas Sentimentales und
Feminines wäre. Feminoid: Ich, der ich zu meinem Unglück
bei Frauen eher zurückhaltend gewesen bin, freue mich jetzt
darüber, dass es zwei Frauen waren (die Mexikanerin Blanca
Solares und die Deutsche Astrid Melzer-Titel), die einen gewissen
Femenismus in meinem Philosophieren erahnten (denn das Feminine
ist ebenso wenig wie das Sentimentale der Frau vorbehalten).
Ich bin froh, dass diese zwei
Autorinnen die Kraft meines Denkens in seiner sentimentalen Schwäche
gefunden haben. Eigentlich hatte ich selbst in letzter Zeit Hinweise
in diese Richtung gegeben, als ich genau im Jahre 2000 im Alter
von fast 60 Jahren mein Büchlein La razón afectiva
veröffentlichte; aber in meinem eigenen Land hat es niemand
außerhalb meines Freundeskreises zur Kenntnis genommen
und im Ausland nur zwei intelligente Wissenschaftlerinnen. Vielleicht
braucht man eine gewisse Perspektive, um die Dinge zu begreifen,
oder vielleicht ist es für eine Frau leichter, den sentimentalen
Schlüssel wahrzunehmen; interessanterweise handelt es sich
hier um Frauen aus zwei Ländern, die für eine gewisse
Tabuisierung des Sentimentalen in ihren Gesellschaften bekannt
sind. Wir wissen aber auch ... |
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