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Irmgard Diers
Kriegswehen. Erinnerungen 1934–1950

Leseprobe
Es war Anfang März. Eines Nachts wurde ich wach; heute kann ich mir vorstellen, dass mich die ersten Wehen von Mama weckten.
Sie rief leise nach mir, und ich schlüpfte in ihr Bett. Noch jetzt spüre ich diese Hitze unter ihrer Bettdecke, es war mir unangenehm und trotzdem kuschelte ich mich an sie. Sie drückte mich an sich und flüsterte, ich wäre doch ihre Große und müsste jetzt gut aufpassen. Im Schnelldurchgang bekam ich nun Anweisungen zur Geburtshilfe.
Sie hatte die Geburt gut vorbereitet. Alle Hilfsmittel standen ihr im verlassenen Krankenhaus zur Verfügung. Es war ihr fünftes Kind, die Geburten waren immer ohne Komplikationen verlaufen, darauf musste sie sich auch dieses Mal verlassen. Sie erklärte mir den Verlauf einer Geburt: wie ich das Kind auffangen sollte, warum die Nabelschnur zweimal mit dem Bindfaden abgebunden werden musste, wozu die Schere gebraucht würde. [...]

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