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Athen, 6. October 1858
Nun waren wir also beim Berge Athos angelangt. Ich wußte
früher nicht viel mehr davon, als daß es auf demselben
viele griechische Klöster gäbe, und einem Theil von euch
wird auch dies vielleicht unbekannt sein. Eine Reise dorthin lag
ursprünglich auch gar nicht in meinem Plan, und so hatte ich
nicht einmal gelesen, was Fallmerayer im zweiten Bande seiner Fragmente
aus dem Orient darüber sagt. Besonders aufmerksam wurde ich
auf den Athos erst durch ein hübsches Buch der Gräfin
Bagréew-Speransky: Les pélérins russes à
Jérusalém, dessen Inhalt zum großen Theil sich
auf den Berg Athos, den heiligen Berg, wie er allgemein im Orient
heißt, bezieht, indem eine Novelle Le Moine du mont Athos
sich in den begeisterten Schilderungen über den Athos ergeht.
Ich empfehle Fallmerayer und Les pélérins russes
den Frauen der Familie zum Lesen, mit der Bemerkung, daß
auch der übrige Inhalt des letztern Buches nicht ohne novellistisches
und psychologisches Interesse ist. Ich dachte freilich, daß
die russische Dame im Interesse ihrer Kirche sehr ins Schöne
gemalt haben müsse; als ich dann aber in Konstantinopel manche
Leute, die dort gewesen waren, ebenso warm über den Athos
sich aussprechen hörte, war mein Entschluß zur Reise
bald gefaßt, wie ich mir denn stets Glück dazu wünschen
werde, sie ausgeführt zu haben.
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