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Jerusalem, 4. Mai 1858
Wir erhielten eine Einladung zu einem Mufti, der in Beziehungen
zum preußischen Consulat steht, und der zugleich einer der
angesehensten arabischen Dichter ist. Erst nach Sonnenuntergang
konnte gegessen werden, weil während des Ramadan die Muselmanen
erst dann etwas zu sich nehmen dürfen. Auch hier saßen
wir auf Polstern auf der Erde, wobei besonders die mit langen Beinen
Begabten einige Noth haben, sie unterzubringen. Die Speisen standen
auf einem kolossalen Präsentirbret, das wiederum auf einer
Art von Credenztischlein stand. Zwei und zwei erhielten eine Art
von Serviette umgehängt, kolossale Leuchter standen auf dem
Boden. Die Speisen waren ausgezeichnet, der Pillau famos, und ich
begreife die Vorliebe der Leute für dieses Gericht. Außer
uns vier waren noch der Wirth und Rosen's Dragoman bei Tische,
die Unterhaltung war belebt, das Fest überhaupt allerliebst.
Diesmal aß nur der Wirth mit den Händen. Aber nicht
genug, daß Schah Assad uns vortrefflich bewirthet, er hat
uns auch in einer langen Khaside besungen, die er vor einigen Tagen
brachte.
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