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Auf dem Nil, März 1858
Eine zweite Hauptperson auf der Barke ist der Koch Ibrahim; bei
diesem Namen ist die letzte Silbe scharf zu betonen. Er und der
Dragoman zusammen arbeiten ungefähr so viel an einem Tage,
als ein tüchtiger Mensch bei uns in einem halben Tage zu Wege
zu bringen pflegt; aber als Koch ist gegen den faulen Schlingel
nichts zu sagen. Er leistet auf seinem Duodezherde wirklich nichts
Gewöhnliches, und ist das Resultat seiner Kochkunst gut, so
fragt man am besten nicht danach, ob der Kerl sich alle Tage wäscht,
oder ob er während der Zubereitung zarterer süßer
Gerichte die Pfeife im Munde behält. Ländlich, sittlich!
ich werde zu Hause oft an Ibrahim's Leistungen erinnern, seine
Suppen und sogenannten Eier- und Mehlspeisen sind meisterhaft.
Auch für Ibrahim leben wir sicherlich viel zu einfach, und
diese Einfachheit wird vielleicht nur mit meinem Befinden, das
strenge Diät erheischt, entschuldigt. Meist lebt man auf dem
Nil seitens der Fremden wirklich luxuriös, wie ich mich auf
einigen Barken zu überzeugen Gelegenheit hatte. Das Raffinement
ist bei manchen geradezu grandios, wie z. B. jetzt bei Theben eine
Barke lag, die ein von London mitgebrachtes Fortepiano führte,
und dort Eis serviren konnte, ob von Kairo mitgebrachtes oder selbst
zubereitetes, weiß ich nicht.
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