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Heinrich Brockhaus (18041874) war Inhaber der
im Jahre 1805 von seinem Vater Friedrich Arnold Brockhaus gegründeten
Verlagsbuchhandlung und Druckerei in Leipzig. Ertragreichstes Verlagsprodukt
und schon während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
ein Grundstein für die internationale Bekanntheit seines Namens
war das Konversationslexikon. Brockhaus gehörte zu den angesehensten
Persönlichkeiten Leipzigs und Sachsens, war Mitglied der honorigen
Vertrauten Gesellschaft, des Kunstvereins, der Schillerstiftung
und zahlreicher weiterer Vereinigungen, wurde zum Stadtverordneten
und sächsischen Landtagsabgeordneten gewählt, reiste
1848 zum Frankfurter Vorparlament. Brockhaus verkörperte als
Unternehmer und Privatmann wie kaum ein anderer seines Jahrhunderts
eine Grundhaltung, die liberale Wirtschaftsgesinnung mit bildungsbürgerlichem
Anspruch verband.
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"16. Februar 1829, 7 Uhr
am Morgen: Der gerade 25-jährige Leipziger Buchhändler
Heinrich Brockhaus besteigt die Post Richtung Westen mit dem letztlichen
Ziel Paris, das er nach Zwischenstationen in Frankfurt, Heidelberg,
Rastatt, Kehl und Straßburg neun Tage darauf erreichen wird.
Abgesehen von kürzeren Ausflügen verlässt er die
sächsische Handelsstadt erstmals seit langem. Und er reist
allein. Es ist ein Durchatmen, vielleicht ein frühes Bilanzieren
seines Lebensweges, ein gedankliches Ordnen des Kommenden. Hinter
ihm liegt ein Vierteljahrhundert, das wenig Raum für eigene
Entwürfe ließ, das ihn schon als Jugendlichen zu verantwortungsvollem
Handeln zwang. Vor ihm liegt, per Datum 20. August, die Übernahme
der vom Vater gegründeten Firma, die er künftig gemeinsam
mit seinem Bruder Friedrich auf eigene Rechnung führen wird.
Zu diesem Unternehmen wird er zurückkehren, gleichsam zu seiner
Frau und seiner knapp einjährigen Tochter - die Geburt des
zweiten Kindes steht im Sommer bevor."
Beginn der knapp 40-seitigen Biographischen Skizze am Anfang des
Bandes |
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